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Cyberjaya gebucht und ÖPNV-Odyssee

Cyberjaya gebucht und ÖPNV-Odyssee

Heute war einer dieser Tage, die das Absurde des Alltags perfekt zusammenfassen. Während ich in einem leeren Großraumbüro saß und meine erste Malaysia-Reise plante, wurde mir wieder einmal bewusst, warum der öffentliche Nahverkehr hier manchmal mehr Komödie als Transportmittel ist.

Malaysia, ich komme!

Der Tag fing eigentlich ganz gut an. Mein malaysischer Kollege hatte mir eine Unterkunft in Cyberjaya empfohlen, die ich mir gleich auf Booking.com angesehen und gebucht habe. Vom 27. September bis zum 22. Oktober – fast vier Wochen Malaysia! Das wird meine erste Reise dorthin, auch wenn ich die Tochtergesellschaft schon seit ihrer Gründung kenne und quasi von Anfang an dabei bin – wenn auch nur remote.

Es ist schon etwas Besonderes, wenn man endlich die Kollegen persönlich treffen kann, mit denen man seit Jahren zusammenarbeitet. Als Global Topic Lead Linux bin ich für alle Linux-spezifischen Fachthemen in unseren Rechenzentren weltweit verantwortlich, und die malaysischen Kollegen gehören zu unserem globalen Team. Die Zusammenarbeit ist einfach vertrauensvoller und besser, wenn man sich einmal persönlich kennengelernt hat – nicht immer nur online oder per Telefon.

Normalerweise organisiert unser Travel Management solche Reisen, aber diesmal habe ich vieles selbst in die Hand genommen. Das ist aufregend und ungewöhnlich zugleich. Cyberjaya soll ja eine Art Silicon Valley Malaysias sein – moderne Infrastruktur, Technologieunternehmen, alles sehr futuristisch geplant. Offiziell wird die Stadt als globaler Technologie-Hub positioniert. Mal sehen, wie es wirklich ist.

Großraumbüro-Einsamkeit

Ironischerweise saß ich heute beim Buchen dieser Malaysia-Reise in einem völlig leeren Großraumbüro. Normalerweise arbeite ich im Homeoffice und fahre eigentlich nur dienstags ins Büro – heute war aber Donnerstag. Vielleicht war das mein Fehler.

Die zwei Kollegen, die ich dort sonst regelmäßig treffe, waren ausnahmsweise beide nicht da. Ich war also allein in einem Großraumbüro mit ungefähr 40 Arbeitsplätzen. Du kannst dir vorstellen, wie sich das anfühlt – ich hätte genauso gut zu Hause im Homeoffice bleiben können. Es gibt ja auch keine Pflicht, ins Büro zu fahren, aber ich sehe das immer so: Wenn ich schon einmal dort bin, ist das die Chance, Arbeitskollegen zu treffen. Nur waren heute eben keine da.

ÖPNV-Komödie in drei Akten

Das wahre Abenteuer begann dann auf dem Heimweg. Die ÖPNV-Verbindung von Bischofswerda ins Büro nach Salzenforst ist ja schon immer so eine Sache. Man muss ein- oder zweimal umsteigen, aber direkte Anschlussverbindungen gibt es nie – immer nur Wartezeiten.

Mit dem Auto wäre ich 15 Minuten unterwegs. Mit dem Fahrrad brauche ich etwa eine Dreiviertelstunde. Mit dem ÖPNV bin ich anderthalb Stunden unterwegs. Und wehe, einer dieser Busse hat auch nur ein bisschen Verspätung – der nächste Anschluss ist dann gleich wieder fast eine Dreiviertelstunde bis eine Stunde später.

Heute war genau so ein Tag. Hinfahrt: anderthalb Stunden. Rückfahrt: knapp zwei Stunden. Mittlerweile ist es so absurd geworden, dass ich es schon wieder lustig finde. Es nervt, aber es nervt so sehr, dass es schon wieder unterhaltsam ist. Man entwickelt eine gewisse zenartige Gelassenheit, wenn man akzeptiert, dass der ZVON seine eigenen Gesetze hat, die mit Logik oder Effizienz nur entfernt verwandt sind.

Weltgeschehen am Rande

Während ich in meinem leeren Büro saß und zwischen Malaysia-Planung und ÖPNV-Frust navigierte, passierte draußen in der Welt durchaus Bemerkenswertes. Shohei Ohtani wurde heute zum ersten Spieler in der MLB-Geschichte, der in einer Saison 50 Home Runs geschlagen und 50 Bases gestohlen hat. Und in Leipzig wurde ein bislang unbekanntes Mozart-Stück entdeckt – vermutlich in den 1760er-Jahren komponiert, als Mozart noch Teenager war.

Irgendwie passend: Während ich hier über Busverbindungen nachdenke, werden anderswo Sportgeschichte geschrieben und jahrhundertealte Meisterwerke entdeckt. Das Leben hat schon seinen eigenen Rhythmus.

Vorfreude überwiegt

Am Ende des Tages überwiegt trotz allem die Vorfreude. In gut einer Woche sitze ich im Flugzeug nach Malaysia. Cyberjaya ist gebucht, die Kollegen freuen sich auf das persönliche Kennenlernen, und ich bin gespannt auf diese neue Erfahrung.

Der ÖPNV wird auch ohne mich weiterhin seine Komödie aufführen. Malaysia wartet.